Archiv der Kategorie '12/13 - Ausland'

Pogon Szczecin – Gornik Zabrze

26.05., Ekstraklasa, Stadion Miejski im. Floriana Krygiera

Mal wieder viel zu viel Zeit gelassen mit dem Bericht, wie so oft in letzter Zeit. Was ist vom letzten Spiel der Saison im Ausland hängen geblieben. Von der Hinfahrt auf jeden Fall nicht viel, die verpennte ich nämlich zum größten Teil. Nach dem Geldwechseln und der Ticketbeschaffung (schon jetzt „durften“ es sich die 80 Gäste in ihrem Block bequem machen) hatten wir noch 1,5 h bis zum Anpfiff. Eigentlich hatten wir mit etwas mehr Zeit gerechnet. So wurde die heutige Runde durch die Stadt mal wieder kleiner als gewollt und das Mittag wurde auch auf das Spiel verschoben. Shopping wurde ebenfalls gecancelt. Aber deswegen waren wir auch nicht da, zumindest nicht hauptsächlich. (mehr…)

Pokalfinale, 4. Liga und ein leerer Gästeblock

Spiele: Legia Warszawa – Slask Wroclaw, LKS Lomza – Olimpia Zambrow, Lech Poznan – Widzew Lodz

Die letzten 3 Tage meiner Arbeitslosigkeit (immerhin 9 Tage, und selbst die reichen dem Arbeitsamt meine volle Abneigung zu erhalten) sollten nochmal sinnvoll genutzt werden. Die Derbys auf dem Balkan lockten enorm, allerdings waren einen Tag vor Abflug die Preise jenseits von gut und böse. Also wurden mal die Nachbarländer durch geschaut. Mh, doll sah es nicht. Aber immerhin 3 Spiele in 3 Tagen hat Polen zu bieten. Schnell fiel die Wahl auf Tychy – Katowice, Lomza – Zambrow (bekam nur den Zuschlag, weil sonst in ganz Polen und Tschechien nicht gegen den Ball getreten wurde, da es doch ziemlich abseits lag) und Poznan – Widzew. Als nächstes wurden die ungefähren Verbindungen rausgesucht und schon ging es am Dienstagabend mit der Bahn über Berlin nach Szczecin. Hier hatte ich mir großzügige 2h zum Umsteigen gegeben, wollte ich doch noch eine kleine Runde durch die Stadt ziehen und, nicht ganz unwichtig, einige Bier holen. Dies gelang beides zur vollen Zufriedenheit. Der Zug beherbergte mich nun die folgenden 11h! Nach einigen Dosen und einigen Seiten im Buch (Unter die Deutschen gefallen, Chima Oji – handelt über den Alltagsrassismus in Deutschland), ging es bald zum dösen über. Mir gleich taten es zwei Polen, ihr weg sollte nach Warszawa zum Pokalfinale führen. Um 10 Uhr spuckte mich der Zug in Katowice aus. Da, nach sorgfältiger Internetrecherche, Tychy als weniger hübsche Stadt empfunden wurde, verbrachte ich die nächsten 2h hier. Nach einem kleinen Frühstück ging es für mich quer durch die Stadt. Was blieb hängen? Schön ist definitiv anders, dass ist nun mal im Ruhrpott so. Allerdings muss ich gestehen, dass die Innenstadt gerade eine große Baustelle und somit natürlich nicht punkten konnte. Zur Mittagszeit steuerte ich wieder den Bahnhof an und fand mich nach nicht einmal 45 Minuten in Tychy wieder. Die Stadt ist vor allem für ihr leckeres Bier bekannt. Die Brauerei sollte aber heute nicht mein Ziel sein, sondern das örtliche Stadion. Ein Grund für die Auswahl des Spiels war vor allem das Stadion, wird es doch in naher Zukunft durch eine moderne Arena ersetzt. Leider hatte die Sache einen Haken: das Stadion war nicht auffindbar. Also wurde ein zweites mal die halbe Stadt durchkämmt. Zwar konnte mir die Stadt besser gefallen als Katowice. Aber das ersehnte Stadion war nicht zu finden. Als ich nun, das bereits dritte mal, die Straße des Stadions auf und ab lief, traf mich der Schlag. Klar, die Zäune gehörten einem Stadion nur der Sand und Geröllhaufen hatten nichts mit Fußball zu tun. Ein Anruf in Deutschland (Ein Dank an dieser Stelle für Manne und seine Hilfe!!!) löste das Rätsel schnell auf. Tychy spielte die Rückrunde 30km außerhalb der Stadt! Bähm! Aufgrund unauffindbarem Internetcafés und eigenem Geiz (natürlich blieb das eigene Internet im Handy ausgeschaltet) ging es mit der Bahn schnell wieder zurück nach Katowice und am Bahnhof ins Internetcafé. Alternativen waren gefragt. Aufgrund der frühen Anstoßzeiten in der zweiten Liga blieb eigentlich nur das Pokalfinale in Warszawa. Klar, irgendein Sinnloskick wäre sicher auch noch drin gewesen, aber auf weitere Abenteuer hatte ich keine Lust mehr. Also wurde der Fahrplan durchstöbert. „Abfahrt 14.40 Uhr Warszawa“, ein Blick auf die Uhr verriet 14.37 Uhr. Oh je, im strammen Laufschritt den PC verlassen und durch den Bahnhof zum Schließfach gerannt. Pünktlich ´42 das Gleis erreicht und sie da, der Zug stand noch da. Läuft! Rein in den Eurocity und Abfahrt. Nächstes Problem: meine Reservierung sah zwar die Strecke vor, jedoch erst gut 12h später. Dem Schaffner juckte das nur bedingt und für ein paar Zloty war die Umbuchung gegessen. 2h vor Anpfiff erreichte ich Warschauer-Boden und so ging es für mich, mit der Metro, den von der EM bekannten Weg zum Stadion. Komisch… so leer hier. Zweiter Fauxpas von mir heute. Natürlich wurde im Legia-Stadion gespielt, also eine Station zurück und nach einen kurzen Fußweg endlich ein Stadion gesehen, welches auch nach einer Fußballbegegnung aussah:

Pogon-Graffiti

Legia Warszawa – Slask Wroclaw
08.05., Pokalfinale, Stadion Wojska Polskiego

Die Straßen rund um das Stadion waren schon gut gefüllt. Neben reichlichen Fanatikern von Legia, zeigten auch die Staatsdiener eine enorme Präsenz (Riot-Ausrüstung, Wasserwerfer, Hubschrauber, Pferde und Hunde). Deeskalation sieht anders aus, aber davon können wir in Deutschland sicher auch ein Lied singen. An den Kassen traf mich dann der Schlag: Sold out! Passte wie die Faust auf´s Auge heute. Mit einer Laune jenseits von gut und böse lief ich ziellos umher, um nach einiger Zeit wieder an den Kassen zu stehen. Am VIP-Eingang wurde mir versichert, dass es gleich einige Restkarten gibt, und siehe da, nach 2-3 Minuten gingen 2 Fenster auf und für 8,50€ und meinen Personalien hatte ich eine Karte in der Hand. Zwar für den Legia-Block aber allemal besser als nichts. Ohne weitere Umwege fand ich mich 60 Minuten bevor der Anpfiff ertönte im Fanblock ein. Das Stadion war soweit nicht besonderes, aber auch nicht 0815. Meine Versuche den Ordnern zu erklären, dass ich gerne den Block tauschen wollte, scheiterten an der Sturheit der Eierköppe, selbst als ich jemanden zum Tauschen fand willigten diese nicht ein. Nun dann, nahm ich am äußersten Rand des Blockes Platz und versucht nicht weiter aufzufallen, nichts leichter als das, mit dunkelblauen Nikki zwischen tausenden in weiß gekleideten Legia-Fans…
Kurz vor dem Anpfiff zeigten die Cheerleader noch eine Performance, welche auf grund der Kleiderwahl und der Bewegungen eher an einen Club für Männer ab 18 erinnerte. Dann ging es aber los und wie! Nach der netten Tanzeinlage wurde die Vereinshymne zum Besten gegeben. Mit dem Einlauf streckte das halbe Stadion Papptafeln empor, welche die Jahreszahlen der errungenen Pokalsiege zeigten und im Fanblock eine überdimensionale 2013. Das Jahr in dem der 16. Titel nach Warszawa geholt werden soll. Nach dem singen der nächsten Hymne, diesmal die nationale, begann eine Eindrucksvolle Vorstellung des Heimblocks. Also was diese ablieferten war wirklich allererste Sahne. Im Nu waren alle Arme oben, wurde sich beim Nachbar eingehackt, oder der Schal in Richtung Himmel gestreckt. Eine zweite Aufforderung brauchte es vom Capo nicht. Selbst große Teile der Gegengerade und vereinzelte Jungs auf der Haupttribüne schrien, was die Stimmenbänder hergaben. Aufgrund des einfachen Liedguts wurde während der ersten Halbzeit eine sehr gute Lautstärke erreicht und gehalten, da konnten einen die rund 400 Gäste fast Leid tun. Bei diesen waren zwar ¾ um Stimmung bemüht, Gehör verschafften sie sich aber nicht. Nur als nach dem schnellen 1-0 für Slask ein Bengalo auf die Tribüne entsorgt wurde, konnten die Gäste kurz vernommen werden, bevor die wild pöbelnden Heimkurve wieder das Zepter in die Hand nahm. Inzwischen wurde auch der Zaun von den Choreomaterialen befreit und der Zaun war mit etlichen schönen Fahnen behangen. Nicht ganz so schön war eine große „White Legion“-Fahne (inkl. Wolfsangel-Rune) auf welche ich 90 Minuten starrte. Leider scheint in naher Zukunft hier bei den meisten Fanszenen kein Umdenken stattzufinden, so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich neben dieser Fahne noch SS-Zeichen und Keltenkreuze auf verschiedenen Schals sah (Ich will euch nicht bei jedem zweiten Bericht aus dem osteuropäischen Ausland damit langweilen, bin aber dennoch der Meinung, dass auf solche Umstände hingewiesen werden sollte!). Während auf der Heimseite die Gäste aus Turin, Elblag und Szczecin besungen wurden, verschönerten die Gäste aus Krakow den Zaun von Slask mit ihrer „Wisla Sharks“-Fahne. Fußball gespielt wurde auch, wie gut weiß ich nicht mehr, aber es ging mit 1-0 für Slask zum Pausentee. Dadurch hielten sich die Gäste nach dem 0-2 im Hinspiel noch im Spiel.
Auch zum Beginn der zweiten 45 Minuten wurde optisch einiges geboten. Im Oberrang des Fanblocks wurde eine Folienblockfahne entrollt. Neben dem Legia-Logo und dem Stadtwappen prangte der Spruch „Ungeschlagene Stadt – Ungeschlagener Verein“ auf dieser. Darunter wurde vereinzelt Pyro gezündet. Im Gästeblock wurde ebenfalls eine Blockfahne gezeigt (Wappen von Verein und Stadt) und deutlich mehr Wert auf Pyro gelegt. So erleuchteten ein dutzend Bengalos den Block, ehe diese auf den Rasen, oder in die Nachbarblöcke entsorgt wurden. Die Spielunterbrechung wurde von einigen dazu genutzt, sich im Bengalo-Weitwurf zu üben und so flogen einige der Dinger zwischen den Blöcken hin und her. Im weiteren Spielverlauf nahm die Unterstützung bei Warszawa etwas ab, was bedeutet, dass „nur“ noch 90% der Kurve konstant mitmachten und trotzdem einen enormen Lautstärkepegel erreichten. Das lag vielleicht etwas am Spielverlauf. Wackelte der Favorit im zweiten Durchgang ein ums andere mal hinten gehörig und lief Gefahr den sicheren Vorsprung endgültig zu verspielen. Die Gäste waren aus meiner Position immer noch nicht zu vernehmen, aber auch im zweiten Durchgang waren sie immer in Bewegung. Den letzten Hingucker an diesem Abend gab es wieder im Heimblock. Hier wurden nach kurzer Präsentation zwei Zaunfahnen von Slask in der Luft zerrissen und etwas angekokelt. Kurze Zeit später war das Spiel aus und Legia konnte sich mehr, oder (heute deutlich) weniger verdient als Pokalsieger feiern lassen.
Kaum jemand verließ das Stadion, bevor der Poakl übergeben wurde. Nach einem kleinen Konfettiregen (nichts im Vergleich zum DFB-Pokal, wenn gefühlte 2 Tonnen Klitzerpapier in die Luft gepfeffert werden) wurden die Spieler ausgiebig gefeiert und sangen und sprangen mit den Fans um die Wette. Der Pokal wechselte noch kurz in den Fanblock, bevor die Feierlichkeiten ein Ende nahmen und sich die Weiße-Masse aus dem Stadion bewegte. Ein herrliches Bild wie sich die weiße-Welle durch die grauen Straßen schlängelt. In den Seitenstraßen knallte und leuchtete es noch ein wenig, bevor sich alles verlief.

Choreo von Legia, Foto 2
Armeinsatz im Heimblock
Choreo zur zweiten Hälfte
Dazu ein bisschen Pyro
Blockfahne bei den Gästen…
… dazu ein bisschen mehr Pyro, Foto 2
Geklaute Fahnen bei Wisla
Schalparade im Heimblock
Gästeblock
Pokalübergabe

Für mich hieß es jetzt: Zeit bis um 5 Uhr totschlagen. Nichts leichter als das, mit Bier und einem leckerem dönerartigen Etwas ging es in die Altstadt. Kneipen, die eine Spielzusammenfassung brachten, waren leider alle voll und so schaute ich dem Treiben auf den Straßen zu. Hier konnten schnell parallelen zu unseren grünen/blauen Ordnungshütern entdeckt werden. So wurden alle Gruppen, die nach Fußballfans ausschauten, zum Personalienabgleich gebeten. Eigentlich möchte ich darauf gar nicht weiter eingehen, aber ist es nicht einfach zum Kotzen, dass Staatsdiener immer wieder ihr Macht ausnutzen und friedliche Menschen in der Öffentlichkeit als Kriminelle zur Schau zustellen!? Egal … nein, natürlich nicht. Ich möchte allerdings nicht abschweifen und kurze die Sache ab: CH.W.D.P! Gegen 3 Uhr leerten sich die Straßen recht zügig und ein Typ der alleine in eine Disco geht bin ich auch nicht. Also ging es für mich wieder zum Central-Bahnhof und ich fand hier einen 1A-Platz zum pennen. Eine Bank ohne Armlehnen, freies Wlan, und mehrere Steckdosen, was willst du mehr. Also wurde völlig bedenkenlos das Handy und Kamera aufgeladen und die Augen geschlossen. Kurz vor 5 Uhr weckte mich, und sicher auch einige andere, der Wecker und nach einer Katzenwäsche begann die Reise nach Lomza. AbWarszawa-Wschodnia ging es mit einer feinen Bummelbahn weiter nach Tluszcz. Schon hier konnte ich kurz hinter Warszawa erkennen, dass es in den Osten ging. Nicht hässlich, oder assig, einfach anders. Der Bahnhof in Tluszcz war dann der Hammer schlecht hin. Treppen zu den Bahngleisen? Quatsch! Ein Trampelpfad über die Schienen tut es doch auch. Egal ob Schüler, Mutter mit Kinderwagen, oder das Bahnpersonal, die Treppen benutze nur der unbekannte Deutsche;). Welche Bahngleise überhaupt? Ach so, die Reste einiger Betonplatten sind gemeint. Mein Gleis fand ich auch erst nach mehrmaligen Fragen. Mein Zug nach Ostroleka war angenehm gefüllt und ich konnte einen halben Waggon den meinen nennen und die Augen schließen. Ab Ostroleka wurde es dann interessant. Meine Pläne reichten nämlich nur bis hier und nicht bis in die Stadt Lomza, die rund 35 Kilometer vom nichts entfernt war. Der Busfahrer stellte sich dann hierbei als Held des Tages heraus. Erst nickte er beim den Wörtern Lomza und Busbahnhof ab, dann ließ er mich sogar schwarz mitfahren – Klasse Typ. Etwas bange wurde mir zwar als auch der letzte Passagier ausstieg und der Bus in einem Wendehammer fuhr, aber nicht doch, der Bus wurde gewendet und statt seine Pause zu genießen fuhr mich mein neuer Freund durch die halbe Ortschaft, um mich am Busbahnhof rauszulassen. Auch wenn er es nie lesen wird – Danke! Die Zeit bis zur Abfahrt des Busses wurde mit ein, zwei Bier verbracht, schließlich war ja Männertag! Endlich in Lomza angekommen wurde die Rückfahrt nach Warszawa organisiert, der Bus sollte es werden. Als Schließfach hielt ein 24h Casino her, der Besitzer nahm meinen Rucksack sogar in seine private Wohnung – nur nette Menschen hier. Ich erkundschaftete in den nächsten 5 h die kleine Stadt. Es lässt sich hier aushalten! Bei dem schönem Wetter (28 Grad!) ließ ich mir am Fluß Narew die Sonne auf den Bauch scheinen und das lokale Bier schmecken. Gegen 17 Uhr verließ ich meinen Platz in der Sonne und lief zum Stadion.

Die Schönheit eines Sonnenaufgangs

LKS Lomza – Olimpia Zambrow
09.05., 3. Liga-Podlasko-Warm.-Maz., Stadion Miejski

Die Zugangsberechtigung holte ich mir im laufe des Tages in der Stadt, 2€ waren fällig. Letztendlich hätte ich mir diese auch noch sparen können, konnte ich das Stadion doch über den angrenzenden Hostelparkplatz betreten und fand mich auf der Tartanbahn wieder. Eigentlich ein ganz nettes Stadion, mit einer schönen Tribüne und einer kleinen Gegengerade mit Sitzschalen. Hier geht es sehr familiär zu, der Opa fährt mit seinem Fahrrad im Stadion umher und der Papa teilt seine Sonnenblumenkerne mit der halben E-Jugend, schön hier. Der Zuschauerzuspruch hielt sich aber in Grenzen, um die 300 werden es wohl gewesen sein. Zwei Autos mit Gästefans schauten von außen ins Stadion (Gästeblock war vorhanden, aber zu), wurden aber bald von den Cops zur Rückreise aufgefordert und leisteten dieser auch folge. Der Heimblock wird davon wenig mitbekommen haben. Dieser nahm nämlich erst nach 10 Minuten seinen Platz auf der Gegengerade ein und wuchs bis zur 20 Minute auf 50 Leute an. Hinter einer hübschen Fahne wurden einige bekannte Lieder gesungen, bevor sich zur Halbzeit alles wieder zerstreute und bei Lidl gestärkt wurde. Dementsprechend begann die zweite Hälfte auch wieder schleppend, wurde aber Dank des Spielverlaufs etwas besser.
Spielerisch hielt Lomza gut gegen den Spitzenreiter mit und konnte den 1-0 Rückstand drehen und in Führung gehen. Am Ende reichte es aber dennoch nur für einen Punkt, womit der Gastgeber sicher besser leben konnte, als der Aufstiegsaspirant. Interessanter als das Geschehen auf den Rasen waren zwei Tauben, welche ihren Frühlingsgefühlen freien Lauf ließen und ordentlich Federn auf der Tribüne verteilten.

Tribüne in Lomza
Gegengerade
Kleiner Heimblock

Nach dem Spiel mussten noch 4h bis zur Abfahrt des Busses totgeschlagen werden. Viel los war hier nicht. So schön wie die Stadt am Tage war, so langweilig ist sie Abends, bzw. Nachts. Im Tesco gab es Abendbrot zur Happy Hour und einige letzte Biere zum Männertag, bevor pünktlich zur Geisterstunde der Bus kam und die nächsten 3 h schlafend verbracht wurden. In Warszawa wurden einige Runden durch die Stadt gedreht, natürlich erwischte mich dabei ein Schauer, ehe ich es mir gegen 5 Uhr an selber Stelle, wie letzte Nacht gemütlich machte. Aber was war das!? Auf einmal stand ein Herr mit Neongelber-Weste vor mir und pickste mich mit seiner Taschenlampe in die Rippen. Auf meiner Frage, was los sei, erhielt ich (verständlicherweise) nur eine polnische Antwort. Hier half mir ein weiterer Reisender (der hier ebenfalls Schlaf suchte und den auch weiter genießen wollte). Er erklärte den Bahnhofs-Security, dass ich ein Deutscher auf der Durchreise sei. Jetzt machte mich das Lachen der zwei Securitys stutzig, aber mein Zimmergenosse;) übersetzte (selber Pole, sprach aber fließend deutsch und englisch) mir alles und erklärte mir mit einem Lachen im Gesicht, dass die Jungs mich für einen polnischen Straßenpenner hielten. Was? Ich dachte Jogger ist hier in?! Genug gelacht, als Reisender durfte ich hier selbstverständlich weiter schlafen und es wurde sich sogar bei mir entschuldigt. Danke und jetzt Ruhe und Licht aus!
Um 8 Uhr fuhr mein Zug ein und zwei Stunden später erreichte ich Poznan. Mein erster Anlaufpunkt war das alte Stadion im. Edmunda Szyca. Das alte und vergammelte Stadion befindet sich unweit der Bahnhofs und einen Steinwurf vom Warta-Grounds entfernt. Früher fanden hier 60.000 Leute Platz. Heute sind kaum noch die alten Bänke im Stadion zu erkennen und Bäume wuchern auf den Rängen. Immerhin die zwei Tore stehen noch auf dem Rasen. Für mich ging es zur Mittagsstunde zum neuen Tempel. Hier verdoppelte sich die Reisegruppe durch einen Nachkömmling. Nachdem wir Fankarten und die Eintrittskarten unser Eigen nennen konnten, ging es zurück in die Innenstadt. Leider spielte das Wetter heute nicht so gut mit. So mussten wir zuerst im Sphinx und später in einer Kneipe, in der Altstadt, unterschlupf suchen. Poznan an sich, ist eine sehr schöne Stadt und selbst bei diesem miesen Wetter schön anzuschauen. Mit der Bimmelbahn ging es wieder Richtung Stadion.

Stadion im. Edmunda Dzyca, Foto 2

Lech Poznan – Widzew Lodz
10.05., Ekstraklassa, Stadion Miejski

Die Bahn brachte uns in die Nähe des Fanmarsches. Parallel mit den rund 800 Fans liefen wir den Rest zum Stadion. Auf den Weg entflammten immer wieder Bengalos und La Bombas donnerten auf den Straßen und zwischen den wenigen Cops. Nach einer Wurst (die erste auf der Tour!) fanden wir uns schnell im Stadion wieder. Zum Stadion ist nicht viel zu sagen, sollte jeder von der EM kennen. Ich finde das Stadion ganz gelungen. Der erste Blick ging in den Gästeblock – leer, der zweite in den Heimblock – Boykott, schön. Dementsprechend wurde es in der ersten Hälfte auch nur laut, wenn 2-3 mal gegen den Verband und die Polizei gesungen wurde. Die beiden Ränge gaben durch die Kleidung der Fans natürlich ein geiles Bild ab (im zweiten Rang wurden fast komplett blaue-Shirts getragen, im ersten Rang weiße). So konnten wir uns ganz auf das Spielgeschehen konzentrieren. Das war allerdings auch nicht doll und Lech hatte ziemliche Probleme mit Lodz. Ohne Tore ging es in die Pause.
Diese wurde von den Heimfans genutzt um eine Choreo vorzubereiten und konnte sich sehen lassen. Vom dritten Rang wurde ein vermummter Totenkopf runter gelassen, im Hintergrund waren anstatt zwei gekreuzte Knochen, zwei Bengalos abgebildet. Dazu wurden im zweiten Rang hunderte Fahnen geschwenkt und im ersten Rang zwei Blockfahnen mit „Ult – ras“ hochgezogen. Drei Spruchbänder verrieten, dass Lech Poznan mehr Wert ist als Gold und ein Leben der höchsten Geschwindigkeit ist. Die Blockfahne wurde mit mehreren Bengalos ausgeleuchtet. Während bei uns das restliche Publikum die Pyroshow mit pfiffen quittiert hätte, standen hier die Zuschauer auf und klatschten Beifall. Danach wurden in Rekordgeschwindigkeit die Fahnen an den Zaun gemacht und mit einer genialen Unterstützung begonnen, welche bis zur letzten Minute gehalten wurde. Beide Ränge zogen vollständig und ohne Pausen durch. Und siehe da, Lech spielte mit der Unterstützung wie ausgewechselt. Vier Dinger schenkten sie den Gast im zweiten Durchgang ein. Durch die Tore wurde der ohnehin schon super Support immer weiter voran getrieben und immer größere Teile des Stadions stiegen in die Gesänge ein. Somit konnte das letzte Spiel der kleinen Tour doch noch gefallen.

Fanmarsch von Lech
Leerer Gästeblock
Heimblock
Choreo zur 2. Hälfte, Foto 2, Foto 3
Heimblock zur zweiten Hälfte

Nach dem Spiel ging es schnell zum Auto und auf die Rückfahrt. Ein Dank nochmal an meinen Freund, der mich trotz mangelnden Schlaf auf den Fahrersitz sehen wollte, ich dankte es ihm mit einem Foto.

Футбол в София – Fußball in Sofia

Spiele: Lewski Sofia – Lokomotiw Sofia, Slawia Sofia – Beroe Stara Sagora

Es stand mal wieder ein kleiner Trip mit meiner Freundin an, bei dem Fußball nicht an erster Stelle stand, aber aufgrund der Halbfinalterminierung unumgänglich war. Los ging es am Dienstag morgen, wie gewohnt vom Flughafen Schönefeld. Der Flug in der relativ leeren Maschine war angenehm und die Wolken ließen auch den ein, oder anderen Blick auf die Erde zu (u.a. das vor zwei Tagen besuchte Bratislava wurde erspäht). Mit dem Bus ging es vom Flughafen weiter in die Innenstadt (wer bei einen Bus-Rhythmus von 10-12 Minuten und einen fairen Fahrpreis von 50 Cent ein Taxi nimmt, hat es nicht anderes verdient als abgezogen zu werden). Im Bus lernte ich noch jemanden vom Roten Stern Leipzig kennen. Es wurde sich gleich für den nächsten Tag verabredet wurde. Durch die Navigationskünste meiner Freundin wurde das Hostel auch recht schnell gefunden. Was heißt hier Hostel? Apartment trifft es wohl am nächsten. Küche, Bad, Flur, Dusche und ein großes Schlafzimmer für nicht mal 15€ pro Person. (mehr…)

4 Spiele, 3 Länder, 2 Typen, 1 Auto

Spiele: Zbrojovka Brno – Sigma Olomouce (CZ), Spartak Trnava – Slovan Bratislava (SK), Györi ETO – Videoton FC (H), FK Mladá Boleslav – Baník Ostrava (CZ)

Freitag, 12.04.
Um 9 Uhr konnten wir, nach einigem hin und her, endlich mit unserem Wohnmobil (Marke Peugeot 206) auf die Autobahn biegen. Die Fahrt verlief, wie so oft Ereignis los – halt! Ich war doch so frei und gewährte dem Beifahrer eine Fußball-Hip-Hop-CD zu machen… Gott sei dank verzichtete ich nicht auf meine altbewährten CD´s. Hip-Hop ist nun nicht so mein Ding und wenn dann noch jede Szene die dicksten Eier hat, kann ich nur auf Durchzug schalten. Zwei, drei nette Lieder waren sicher dennoch dabei. Über Dresden und Prag (diesmal mit Vignette, durch zwei teilt sich die Strafe nicht so schön) ging es schnell Richtung Brno. Der erste Halt war das alte Stadion Za Luzankami. Eine geile Kiste. Die Bude ist mittlerweile total verfallen, kein Wunder, kümmert sich doch seit 12 Jahren niemand mehr darum. Dementsprechend sehen auch Ränge aus. Sträucher, Bäume(!) und Müll zieren hier das Bild. Wir drehten eine Runde um das Stadion und konnten durch einige Klettereinlagen auch einige Blicke von innen erhaschen. Nächster Anlaufpunkt war die Innenstadt, also wurde das Auto an einem Park abgestellt und zur Nachtstädte hergerichtet. Danach ging es mit einer Hülse durch die zweitgrößte (und sehr schöne) Stadt Tschechiens . Durch die Innenstadt ging es zur Kathedrale und auf die Festung Spilberk. Hier wurde die Aussicht genossen und über Gott und die Welt debattiert, ehe es mit der Straßenbahn zum ersten Kick ging: (mehr…)

Ostern in Polen

Spiele:
Piast Gliwice – Jagiellonia Bialystok, GKS Katowice – Górnik Leczna, Pogon Szczecin – Lech Poznan

30.03.
Familienfest Ostern, da bietet es sich doch an, mit den Brüdern vom Fußball ein Wochenende in Polen zu verbringen;). Überraschenderweise ging es gar zu fünft in Richtung Osten. Herhalten musste das Kfz der Mama – Golf V Dreitürer, viel Spaß auf den billigen Plätzen! Pünktlich um 5.30 Uhr rollte das Auto durch unsere Landeshauptstadt und sammelte in den sozialen Brennpunkten (Ok, einer konnte sich von diesen lösen) alle ein. Die Fahrt verlief, wie immer ereignislos, aber lustig ab. Nach 5h und deutlich zu früh, rechnete ich doch mit mehr Oster-Bierchen auf der Rückbank und damit verbundenen Pausen, erreichten wir Gliwice. (mehr…)