Archiv für Dezember 2017

Babelsberg 03 – Union Berlin

18.07., Testspiel, Karl-Liebknecht-Stadion

Ich war eigentlich schon auf dem Weg nach Hause. Jedoch belatschte mich mein Kumpel erfolgreich und kurz vor 19 Uhr standen wir am Stadion. Mit uns noch hunderte Weitere. Auf langes Anstehen hatte weder er, noch ich Bock und wir fanden uns kurze Zeit später in einer Kneipe wieder. Im Babelsberger Kiez herrschte währenddessen erhöhte Bullenpräsenz, selbst die Schweine der BFE gaben sich die Ehre. Die Gründe dafür lagen in dem vergangenen Aufeinandertreffen. Dabei sorgten die Unioner für die eine oder andere Überraschung. Zuletzt joggten 60-80 von ihnen durch Babelsberg, wurden aber kurz vorm Fanladen/Fanprojekt von der Polizei gestoppt. Heute lief wohl alles in geordneten Bahnen und maximal eine handvoll Kutten der Berliner wurde beim unachtsamen Schlendern durch die Straßen ein Schrecken zugesetzt. Zur Halbzeit fanden wir uns, wie der Ultrá-Nachwuchs, am Eingang ein und ersparten uns somit den Eintritt und die erste Halbzeit. Viel verpassten hatten wir nicht. Union führte 1-0 und auf den Rängen herrschte typisches Testspielflair. 3.200 Zuschauer bedeuteten doppelt so viel Zuspruch, wie bei einem durchschnittliches Heimspiel, aber das interessiert halt auch nur beiläufig. Aus Berlin werden sicher 500 Anhänger den kurzen Weg auf sich genommen haben und fielen abgesehen von einer handvoll Gesängen („Ihr seid Zecken…“ durfte nicht fehlen) auch nicht weiter auf. Ebenso wie die Nordkurve… wie gesagt Testspielflair. Wenigstens das Spiel war recht ansehnlich und zwei Tore sahen wir auch noch. Am Ende stand es nur 3-0, weil der Babelsberger Keeper seine Arbeit ganz gut machte.

Balkan: CL- und EL-Quali (Teil III)

Spiele: Hajduk Split – Levski Sofia, Dinamo Zagreb – NK Istra

Nach erfolgloser Getränkesuche trafen wir an unserem Bus ein und waren bereit für das Abenteuer „Bank“. Ein geeigneter Einstieg war schnell gefunden, kletterten uns doch direkt 20 Spanier entgegen. Nach dem wir gentlemantlike – wie wir nun mal sind – unsere Hilfe anboten, war der Weg für uns frei. „Vorsichtig mit dem Bier.“, „Bist du blöd!? Na, klar – das steht hier sicher.“ Bei „hier“ handelte es sich um eine – wie der Rest des Bauwerkes – arg in Mittleidenschaft gezogene Mauer. Natürlich stand die Flasche nicht sicher und unser ohnehin schon rarer Wegproviant dezimierte sich. Wenigstens fielen die Scherben nicht weiter auf. Müll, Bauschutt und Scherben der ehemaligen Fenster lagen in jedem Geschoss, auf den Treppen und selbst auf dem Dach. Den Weg bis nach oben genossen wir also mit einer großen Portion Vorsicht und bewegten uns vorsichtig über die Berge aus Müll entlang an den bemalten Wänden. Dafür lag uns auf dem Dach Mostar zu Füßen. Wir blickten über die leuchtende Stadt und die kaum noch zu erkennenden Umrisse der Berge. Den weiteren Abend verbrachten wir später mit einigen Bier an der stadtnamengebenden Brücke in der Altstadt. Erstaunlich ruhig war es hier und der sonst so gut frequentierte Treffpunkt war ungewohnt leer. Am Abend wurden wir noch in einer Kneipe reichlich über den Tisch gezogen. Konnten nach gelungener Rache über das einzige Fettnäpf´chen der Tour aber bald wieder lachen. Die Nacht verbrachten wir in der vorhin erkundeten Bank über den (meisten) Dächern von Mostar. (mehr…)